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Ziele

I. Stolberg – eine lebenswerte Stadt für Kinder und Familien

In der vergangenen Legislaturperiode stand das Motto „Stolberg. Die kinder- und familienfreundliche Stadt“ im Mittelpunkt des politischen Handelns der SPD. Dazu steht die SPD auch weiter. Wir wollen Stolberg zur attraktivsten Stadt in der Städteregion Aachen für den Zuzug von jungen Familien machen. Neben der Schaffung von dafür wichtigen Standortfaktoren wie einer vielfältigen Schullandschaft und einer kulturellen Grundversorgung ist es besonders wichtig für junge Familien geeignete und bezahlbare Wohnstandorte auszuweisen. Dazu treiben wir die Erschließung von bezahlbarem Bauland weiter voran, soweit dies nötig ist. In Zukunft soll die Vergabe von Bauland unter Berücksichtigung der sozialen und familiären Situation erfolgen.
Wir wollen, dass sich junge Familien in Stolberg wohl fühlen in der Gewissheit, dass es für sie eine gute Grundversorgung gibt und dass Kinder willkommen sind.
Jedes neugeborene Kind wird einen herzlichen Willkommensgruß erhalten. Hilfe soll durch das Jugend- und Sozialamt bereits vor und nach der Geburt in Form von Beratung und Information an die Eltern in einem Begrüßungspaket angeboten werden.

Kindern und Jugendlichen Chancen eröffnen

Für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt ist entscheidend, wie wir mit unseren Kindern umgehen. Mit der Geburt beginnt ein lebenslanger Lehr-, Lern-, Bildungs- und Integrationsprozess. Durch die Herkunft ist der Schul- und Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen oft vorherbestimmt. 2,5 Millionen Kinder in Deutschland leben in Armut. Einer ererbten Armut kann nur mit einem guten Erziehungs- und Bildungssystem wirksam begegnet werden!
Die Kommunalpolitik kann im Rahmen ihrer Möglichkeiten Bedingungen schaffen, um Familien, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und ihrer Lebensperspektive zu stärken. Bürger, die auf der Grundlage umfangreicher Erziehung und Bildung bewusst nach demokratischen Regeln leben lernen, werden auch rechtsradikalem Gedankengut keinen Platz einräumen.

Ausreichende Personalausstattung

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist der Schutz der Schwächsten in unserer Stadt. Ausreichendes Personal und finanzielle Unterstützung im Bereich der sozialpädagogischen Familienhilfe für Familien und Alleinerziehende mit ihren vielfältigen Problemen ist wichtig und hilft den Alltag zu bewältigen. Stolberg hat ein netzwerkgestütztes Frühwarnsystem zur Erkennung und Vermeidung von Kindesmisshandlungen und Kindesvernachlässigung. Dieses soll weiter ausgebaut werden.

Einrichtung von Familienzentren

Wir fördern die Einrichtung von Familienzentren in den Kindertagesstätten. Die Unterstützung von Eltern vor Ort und direkt in den Kindertagesstätten sind wichtige Maßnahmen, um Informationen und Hilfen in allen familiären Angelegenheiten anzubieten. Die Vernetzung mit sozialen Diensten, Krankenhaus, Ärzten, Hebammen u.a. stellt vielfältige und notwendige Leistungen in diesem Bereich sicher.

Integration und Ganztag in den Kindertagesstätten

Wir sehen die Notwendigkeit, den Rechtsanspruch auf Betreuung von Kindern unter 3 Jahren zu verwirklichen und ein Angebot ab dem ersten Lebensjahr in Kindertageseinrichtungen zu schaffen.

Parallel zu den Plätzen in Kindertagesstätten muss ein optimales Angebot an Tagesplätzen vorhanden sein. Deshalb werden wir uns weiter für die Ausbildung und Qualifizierung von Tagesmüttern und –vätern sowie für deren angemessene Bezahlung einsetzen.

Wir messen der Vorschulerziehung und -bildung hohe Bedeutung bei. Wir setzen uns für flexible Öffnungszeiten, altersgemischte und integrative Gruppen in Kindertagesstätten ein. Eine Ausstattung mit pädagogisch guten Konzepten und ausreichend Personal ist hierfür unerlässlich.
Ein umfangreiches Angebot zur Sprach- und Sprecherziehung in den Kindertagesstätten und Schulen ist für die Integration eine wichtige Grundlage.

Sprachförderung als Schlüssel für mehr Chancengleichheit

Eine besondere Bedeutung für die Wahrnehmung von Bildungschancen hat die Sprachkompetenz – bei deutschen und nicht-deutschen Kindern. Das Beherrschen der deutschen Sprache in Wort und Schrift ist die wichtigste Schlüsselqualifikation. Dies gilt für alle Stolbergerinnen und Stolberger, für solche mit Migrationshintergrund in besonderer Weise.

Kindertagesstätten mit ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag sind die ersten Einrichtungen, die auch Kinder aus Zuwanderfamilien umfassend erreichen. Deshalb bietet sich dem Kindergarten die große Chance, interkulturelles Lernen aller Kinder zu verwirklichen. Dort soll auch die sprachliche und soziale Integration der Kinder aus Zuwandererfamilien gefördert werden.
Um der damit verbundenen Verantwortung gerecht werden zu können, bedarf es der fachlichen Unterstützung der Träger und der pädagogisch Verantwortlichen.

Lern- und Lebensort Schule

Internationale Vergleiche zeigen, dass ganztägiger Unterricht einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung von Bildungschancen und von Bildungsqualität darstellt.
Schule muss sich vom reinen Lernort hin zum anregungsreichen Lehr-, Lern- und Lebensort entwickeln. Der Lernraum ist der dritte Erzieher.

In enger Abstimmung mit Schulen und Eltern werden wir das Konzept der offenen Ganztagsgrundschulen in Stolberg weiterentwickeln und dafür eintreten, dass das Land die erforderlichen organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen schafft, um mit einem zuverlässigen Programm allen Kindern den Zugang zur Ganztagsschule zu ermöglichen, d.h. weg vom offenen Ganztag in den gebundenen Ganztag im Grundschulbereich.

Ferienbetreuung im Rahmen der offenen bzw. gebundenen Ganztagsschulen

Wir unterstützen die Schulen in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe mit deren bereits vorhandenen Aktivitäten, Angebote für Schüler auf die Ferien und Feiertage auszudehnen.

Verkehrsinfrastruktur

Für die Schüler sollte ein umfangreicher, auch am Nachmittag gut ausgebauter Verkehr zur sicheren Beförderung zwischen Schule und zu Hause vorgehalten werden.

Wiedereinführung von Schulbezirken

Wir sind für die Wiedereinführung der Schuleinzugsbezirksgrenzen. Eine sichere Schulentwicklungsplanung ist aufgrund der durch die schwarz-gelbe Landesregierung vorgenommenen Aufhebung der Bezirke langfristig nicht zu gewährleisten.


Zurück zur Demokratie in der Schule

Wir wenden uns gegen das Aushebeln des Elternwillens durch die verbindlichen Grundschulgutachten und den Abbau der demokratischen Einflussnahme der Schulpflegschaften.

Wir treten für die flächendeckende Umwandlung von Haupt-, Realschulen und Gymnasien in gebundene Ganztagsschulen ein. Für alle, die es wünschen, müssen Ganztagsplätze vorgehalten werden.
Das Abitur nach zwölf Jahren ist nur vertretbar, wenn sich die Lernstunden bei gleichbleibendem Lehrstoffumfang auf den Ganztagsbetrieb verteilen und das Lehrpersonal adäquat aufgestockt wird, damit es nicht zur Überforderung der Schülerinnen und Schüler kommt.

Wir werden weiter die Landeszuschüsse der Schulpauschale zur Modernisierung und Sanierung der Schulen einsetzen. Auch moderne Lehr- und Lernmittel werden künftig zu den Selbstverständlichkeiten in Stolberger Schulen zählen. Die Ausstattung mit elektronischen Medien muss weiter verbessert werden.

Stolberg braucht eine Gesamtschule

Stolberg hat bisher keine Gesamtschule. Es zeigt sich immer deutlicher, dass dies eine Lücke in unserer Schullandschaft ist. 25 % aller Stolberger Viertklässler werden in den Gesamtschulen der Nachbarstädte angemeldet. Es ist langfristig nicht hinnehmbar, für eine Stadt unserer Größenordnung, dass so viele Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs die gewünschte Schulform nicht besuchen können, weil sie in Stolberg nicht vorhanden ist. Wir werden deshalb eine Bedarfsfeststellung beantragen, um den Elternwillen im Hinblick auf die Gründung einer eigenen Gesamtschule belegbar zu erkunden. Auf der Grundlage eines Schulentwicklungsplanes werden wir den Antrag auf Einrichtung einer Ganztags-Gesamtschule für Stolberg bei der Landesregierung stellen.
Wir halten die kategorische Ablehnung weiterer Gesamtschulen durch die amtierende Landesregierung für falsch. Wünsche und Bedürfnisse nicht zuletzt von Eltern und Kindern werden ignoriert.

Schulprofil und Jugendhilfeplanung – Planungssicherheit

Um eine Planungssicherheit und eine gute bzw. bessere Koordination zwischen Schulen, Kindertagesstätten und den vielen Einrichtungen in Stolberg zu erreichen, ist es notwendig den Jugendhilfeplan und den Schulentwicklungsplan aufeinander abzustimmen, so dass Synergieeffekte genutzt werden und evtl. Profile miteinander abgestimmt werden.

Mittagstisch in Schulen und Kindergärten

Sowohl in den Kindertagesstätten als auch in den Ganztagsschulen müssen bedürftige Kindern durch ein kostenfreies Essen grundversorgt werden. Wir unterstützen deshalb Vereine wie bspw. die AWO und „Menschenskind“ und alle, die sich für eine solche Versorgung einsetzen.

Beitragsfreiheit für Kindertagesstätten und Schulen

Wie in den Kindertagesstätten gilt auch für die Schulen der Grundsatz, dass wir durch beitragsfreie Einrichtungen der Chancengleichheit und Integration für alle Kinder näher kommen wollen. Ein erster Schritt ist die Realisierung eines beitragsfreien Kindergartenjahres als Einstieg in eine allgemeine Beitragsfreiheit.

Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche

Vorhandene Städtische Freizeitangebote und Jugendtreffs müssen erhalten werden. Mit Investoren können zusätzliche zeitgemäße Freizeitangebote (z.B. Discotheken) angeboten werden.

Jugendlichen werden wir noch mehr Gehör- und Mitspracherechte einräumen. Das Jugendparlament muss auch die finanzielle Ausstattung erhalten um wirkungsvoll Jugendinteressen durchzusetzen.
Die Stolberger SPD wird dafür Sorge tragen, dass Spielplätze, Bolzplätze und Grünanlagen mit Spielmöglichkeiten zur Verfügung stehen, attraktiv gestaltet und gepflegt werden.

Interessen von Frauen berücksichtigen

Die Interessen der Frauen in unserer Stadt werden durch die Sozialdemokratinnen und –demokraten bei allen wichtigen Entscheidungen berücksichtigt. Im Dialog mit Gewerkschaften, Verbänden und Organisationen werden wir daran arbeiten, Bedürfnisse von Frauen rechtzeitig zu erkennen. In allen politischen Fragen werden die Gleichberechtigung und die Gleichbehandlung von Mann und Frau sichergestellt.


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