Pressespiegel:
Stolberg, 17. Dezember 2011
Die Nummer 196721 schreibt Geschichte
Bezirksregierung genehmigt Stolbergs erste Gesamtschule. Wenn 100 Anmeldungen erreicht sind, darf (um-)gebaut werden.
Stolberg. Gestern gab es die nächste Bescherung. Zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen wurde dem Bürgermeister ein Geschenk überreicht. Absender war diesmal die Bezirksregierung. Die Kölner Aufsichtsbehörde hat Ferdi Gatzweiler nunmehr offiziell und schriftlich mitgeteilt, dass die Einrichtung von Stolbergs erster Gesamtschule genehmigt ist.
„Das ist ein weiterer Meilenstein für die Stolberger Schullandschaft“, frohlockte Gatzweiler, der gerade erst am Dienstag mit Freude den großen Zuspruch für die Sekundarschule zur Kenntnis genommen hatte, der im Zuge der Elternbefragung der Dritt- und Viertklässler zum Ausdruck gekommen war und den Durchbruch für diese in Stolberg ebenfalls neue Schulform bedeuten dürfte.
Jetzt also die Gesamtschule. Eine behördliche Nummer hat sie schon – 196.721 –, ein Gesicht soll sie in den kommenden Monaten erhalten. Investitionen von gut vier Millionen Euro sind vorgesehen, bis zum Beginn des Schuljahres 2012/13 werden massive Umbau- und Sanierungsarbeiten erforderlich sein, um die seit einigen Tagen leerstehende, ehemalige Gutenberg-Schule am Sperberweg für die vierzügige Eingangsstufe der Gesamtschule herzurichten. „Wir werden nicht mit einem Provisorium starten“, verspricht Ferdi Gatzweiler, dass alle Maßnahmen termingerecht bis zum ersten Schultag am 22. August abgeschlossen sein werden. Daran ändert laut Bürgermeister auch der Umstand nichts, dass die Arbeiten erst aufgenommen werden dürfen, wenn sichergestellt ist, dass die erforderliche Mindestschülerzahl von 100 erreicht und die Einrichtung einer Gesamtschule haushaltstechnisch somit zu einer Pflichtaufgabe wird.
Vorplanungen laufen schonDie Anmeldephase erstreckt sich vom 13. bis 24. Februar, und im Stolberger Rathaus zweifelt eigentlich niemand daran, dass es im Anschluss mehr darum gehen wird, das begrenzte Angebot mit der erwarteten großen Nachfrage in Einklang zu bringen und den Eltern derjenigen Kindern, die nicht angenommen werden können, die Sekundarschule als mögliche Alternative ans Herz zu legen.
„Wir werden aber nicht warten, bis die Einschreibefrist abgelaufen ist“, betont Fachbereichsleiter Willi Seyffarth, dass die Vorplanungen bereits in Auftrag gegeben worden sind und mit Feststellung der Anmeldezahl losgelegt werden kann. Eine reine Formsache dürfte dabei die Auflage der Bezirksregierung sein, die in ihrem Genehmigungsbescheid darauf hinweist, dass für die dann folgenden Investitionsmaßnahmen jeweils Einzelgenehmigungen beim Städteregionsrat einzuholen sind.
Unterdessen müssen auch die personellen Voraussetzungen geschaffen werden. Mit Helge Pipoh hat die zukünftige Gesamtschule bereits einen – zunächst kommissarischen – Schulleiter, nun wird es darum gehen, auch die nötigen Lehrer zu rekrutieren. „Erste konkrete Bewerbungen gibt es schon“, berichtet Willi Seyffarth. Inwieweit frei werdendes Personal der Realschule I, die ausläuft und schrittweise in die Gesamtschule übergehen wird, auch zukünftig auf der Liester beschäftigt sein wird, dürften die nächsten Monate zeigen.
Anmeldung soll vor Ort ermöglicht werden
Bis zum Beginn des Anmeldeverfahrens am 13. Februar will die Stadt Stolberg Räume herrichten, die eine Einschreibung für die Gesamtschule in deren zukünftigen Gebäude am Sperberweg ermöglichen soll.
Für das Verfahren verantwortlich ist Helge Pipoh. Die Bezirksregierung hat den Anfang November zum kommissarischen Schulleiter ernannten 52-Jährigen, der bis dato an der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Düren tätig war, im Zuge ihrer Genehmigung mit dieser Aufgabe betraut.Quelle: STZ vom 17.12.11