Pressespiegel:

  • 25. April 2017

Noch hat er nicht alle seine Ziele erreicht

Stefan Kämmerling AZ 25.04.2017

Foto: Sonja Esser
Stolberg/Eschweiler. Zwischen den Plantagen der Familie Hillemacher liegt die kleine Kapelle nahe dem Eschweiler Stadtwald. Von dort aus hat man nicht nur einen einzigartigen Blick über die Felder zwischen Bergrath und Hastenrath, sondern sieht auch das RWE-Kraftwerk in Weisweiler und die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Stadtmitte. Nicht nur zahlreiche Spaziergänger und Radfahrer zieht es täglich zu diesem Aussichts- und Ruhepunkt. Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling fühlt sich dort äußerst wohl. Bereits als Kind habe er dort bei den Spaziergängen mit seinen Eltern die Aussicht genossen. „Die ist unbezahlbar“, sagt der 41-Jährige, der in seiner Freizeit dort gerne mit dem Mountainbike unterwegs ist.

Derzeit steckt Kämmerling „mittendrin im Wahlkampf“. Seit 2012 sitzt er für die Sozialdemokraten im Landtag und tritt auch in diesem Jahr wieder im Wahlkreis Aachen IV, der die Kommunen Eschweiler, Monschau, Roetgen, Simmerath und Stolberg umfasst, an. Mitglied der SPD ist der Inde-städter seit 1998. „Ich komme aus einem sozialdemokratischen Elternhaus. Deshalb war ich der SPD schon immer sehr nah. Ich habe von Kind an mitbekommen, dass die Sozialdemokraten in Eschweiler sich auch um die vermeintlich kleinen Anliegen der Menschen gekümmert haben. Ich konnte mir gut vorstellen, daran mitzuwirken“, sagt er.

Seine politische Karriere startete er damals bei den Jusos. Zwischen 1999 und 2003 war er Unterbezirksvorsitzender der Jusos Kreis Aachen. 1999 unterstützte er zudem Rudi Bertram bei seinem ersten Wahlkampf. Während Bertram das erste Mal zum Bürgermeister der Indestadt gewählt wurde, war Kämmerling damals noch nicht klar, dass auch seine berufliche Zukunft einmal in der Politik liegen würde. „Das ich einmal Berufspolitiker werde, war nie geplant“, sagt er. Nach der Fachoberschulreife im Jahr 1992 schloss sich eine dreijährige Ausbildung zum Bankkaufmann an. Rund 20 Jahre war Kämmerling in seinem Job tätig. Auf seine Arbeit im Landtag habe sich das positiv ausgewirkt. „Es gibt zwei positive Hintergründe für meine Arbeit im Landtag. Ich habe über 20 Jahre Berufserfahrung. Das hilft mir jeden Tag. Und ich besitze eine Verbundenheit mit der Kommunalpolitik“, sagt er. Im nordrhein-westfälischen Landtag ist Kämmerling unter anderem Vorsitzender des Ausschusses für Kommunalpolitik, seit 2004 ist er Mitglied im Rat der Stadt Eschweiler und nimmt fast jeden Montagabend an der Sitzung der Ratsfraktion seiner Partei in der Indestadt teil. „Das, was wir in Düsseldorf beschließen, kann ich als Stadtverordneter miterfahren. Das ist eine unbezahlbare Kombination. Es bringt den Menschen etwas, für die ich arbeite, und erdet mich“, sagt er. In den vergangenen fünf Jahren als Berufspolitiker habe er noch nicht alles erledigt, was er sich vorgenommen habe, sagt er. Für Eschweiler beispielsweise bedeutet dies konkret: die Gewerbeansiedlungen rund um das Kraftwerk Weisweiler stärken. „Das wird eine Herausforderung. Dort wollen wir so viele Gewerbeansiedlungen wie möglich schaffen. Da kann auch die Landespolitik durchaus etwas bewirken“, sagt Kämmerling. In Stolberg seien weiterhin die Kommunalfinanzen ein großes Thema. In der Nordeifel hingegen spiele das Thema demografischer Wandel eine immer größer werdende Rolle. „Die Frage, die sich stellt, lautet: Wie schaffen wir es, dass junge Menschen dorthin ziehen?“, sagt Kämmerling. Die Themen ÖPNV und Verkehrsstruktur spiele dabei eine wichtige Rolle, so Kämmerling.

In den letzten Wochen vor der Wahl, die am 14. Mai stattfindet, beschränke sich seine Arbeit nicht nur auf den Wahlkampf. „Nicht alles, was wir derzeit machen, hat etwas mit dem Wahlkampf zu tun. Das ganz normale Geschäft als Abgeordneter geht natürlich weiter“, sagt er. Dazu gehöre nicht nur sich mit den Belangen der Bürger, sondern beispielsweise auch, sich mit den Problemen von Betriebsräten auseinanderzusetzen. Anstrengend sei seine Arbeit manchmal schon, gibt er zu. Beschweren will er sich darüber jedoch keineswegs. „Das, was ich tue, macht mir sehr viel Spaß und ich möchte damit auch weiterhin etwas bewirken“, sagt er.

Quelle: STZ vom 25.04.17