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  • 08. März 2018

Große Resonanz und viele Ideen für die Quartiere

Stolbergs Quartiere

Stolberg. Die Resonanz ist zunächst im positiven Sinne beeindruckend gewesen: Mehr als 200 Teilnehmer sind der Einladung zur zweiten großen Sozialraumkonferenz der Kupferstadt gefolgt. Bürger, Politiker, Vertreter von Verwaltung, Vereinen, Institutionen und Wirtschaft sammelten gemeinsam mit Moderatoren der Stadtraumkonzept GmbH Ideen, wie die Lebensqualität in den Stolberger Stadtteilen Münsterbusch und Liester, Oberstolberg, Mühle und Velau verbessert werden kann.

Diese Anregungen erarbeiteten die Teilnehmer in fünf Themengruppen. Dabei kam dann allerdings Resonanz im Sinne des lateinischen Wortstamms „resonare“ ins Spiel, was „widerhallen“ bedeutet. Denn die zweite Sozialraumkonferenz fand in der noch-Pfarrkirche St. Hermann Josef auf der Liester statt. Während die Kirche sich mit ihrer Akustik hervorragend für Konzerte eignet, erwies sich das Gebäude als klanglich problematisch, was die Arbeit in Gruppen angeht. Der Widerhall war groß, und in der permanent lauten Geräuschkulisse war es schwierig, Teilnehmer und Moderatoren zu verstehen.

Dennoch erarbeiteten die Teilnehmer Vorschläge zur Aufwertung der Sozialräume mit insgesamt fast 20 000 Bewohnern. Auffallend dabei war, wie viel Wert die Bürger auf ein besseres Miteinander und Zusammenzuleben legten. Sie regten zum Beispiel interkulturelle Ausbildung für Lehrer an und schlugen vor, die Menschen aller Kulturen und Ethnien in den Quartieren mit Musik, Kunst, Literatur, Sport und Spiel zusammenzubringen. Dazu sollten Vereine stärker unterstützt werden, Stadt und freie Träger ihre Angebote – auch für Jugendliche und Senioren – erweitern.
Neue Aufenthaltsorte

Damit einhergehend diskutierten die Teilnehmer auch über städtebauliche und infrastrukturelle Maßnahmen. Aufenthaltsorte für junge Stolberger sollen geschaffen werden, und statt weiterer Shisha-Bars wünschen die Bürger sich Cafés, Restaurants und ein Kino sowie Mehrgenerationenhäuser in allen Quartieren.
Unter freiem Himmel

Und auch unter freiem Himmel möchten die Bürger sich treffen. Sportstätten, Spielplätze, Grünanlagen und Quartiersplätze dazu seien zwar vorhanden, sollten aber aufgewertet und besser gepflegt werden, damit sie sich mit mehr Leben füllen.

Wobei die Teilnehmer der Konferenz einräumten, dass nicht nur die Stadtverwaltung in der Verantwortung sei. So könnten Bürger Pflanz- und Pflegepatenschaften für Grünanlagen übernehmen, und Schüler hinsichtlich der Vermüllung des Schulwegs sensibilisiert werden.

Städtebauliche Erneuerungen und Modernisierungen wurden gewünscht bis als dringend notwendig angesehen. Allerdings verbunden mit dem Begriff „behutsam“, denn bei Veränderungen soll auf die Historie Rücksicht genommen werden, und der Charakter der Quartiere soll erhalten bleiben. Handlungsbedarf sahen die Bürger auch beim Thema Verkehr: Manche Ampelschaltung könne ebenso optimiert werden wie Anbindungen an den Öffentlichen Personennahverkehr und das Radwegenetz. Für Fahrräder und E-Bikes wünschen sich die Teilnehmer außerdem mehr Abstellmöglichkeiten. Nachdem die zahlreichen Teilnehmer bei der Sozialraumkonferenz gezeigt haben, dass ihnen ihr Lebensraum am Herzen liegt, sind jetzt Stadtverwaltung und das Planungsbüro Stadtraumkonzept gefragt. Denn die Kooperationspartner entwickeln nun das sogenannte integrierte Handlungskonzept mit dem Titel „Berg- und Talachse – miteinander für Münsterbusch, Ober- und Unterstolberg“, und die Ideen und Wünsche der Teilnehmer an der zweiten Sozialraumkonferenz sollen in dieses Konzept einfließen.

Quelle: STZ vom 08.03.2018