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  • 08. März 2018

Ist Ausweitung der Geschwisterermäßigung möglich?

Stolberg. Die Entwicklung des offenen Ganztages an den Stolberger Grundschulen ist Thema im Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus (ASKST) und im Kinder- und Jugendausschuss (KJA). Dabei geht es allerdings nicht nur um die aktuellen Zahlen, sondern auch um eine mögliche Änderung der Satzung über die Erhebung von Elternbeiträgen.

Die in der OGS-Satzung verankerte Geschwisterermäßigung soll ausgeweitet werden. Künftig soll diese nicht nur für Geschwisterkinder gelten, die ebenfalls eine OGS besuchen, sondern auch für Kinder, die eine Kita besuchen oder von einer Tagesmutter betreut werden. Nachdem der Rat im März 2017 den Beschluss über die Finanzierung des offenen Ganztages sowie den Erlass einer Satzung über die Erhebung der Elternbeiträge gefasst hat, wurde dieser von der Stolberger Verwaltung zum Schuljahr 2017/2018 umgesetzt. Seit dem 1. August des vergangenen Jahres ist die Satzung in Kraft. Sie beinhaltet eine soziale Staffelung der Elternbeiträge, die sich nach den Einkommensverhältnissen richtet. So sollte ein wichtiger Schritt zur Verringerung von sozialen Ungerechtigkeiten und zur Förderung der Bildungschancen für alle Kinder gemacht werden. Zudem wurden einheitliche Elternbeiträge für alle zehn Grundschulen umgesetzt. Dies stoße auf große Akzeptanz in der Elternschaft.
Konstante Entwicklung

Zum Schuljahr 2016/2017 nutzen von 2057 Schülern im Primarbereich 1014 Kinder den offenen Ganztag. Das macht 49 Prozent. Zum Schuljahr 2017/2018 veränderten sich die Zahlen kaum. Von insgesamt 2073 Schülern im Primarbereich nahmen 998 Kinder dieses Angebot in Anspruch – also 48 Prozent. Eine konstante Entwicklung. An den einzelnen Schulen sieht es ein wenig anders aus. Vor allem an den Standorten, die in einem schwierigen sozialen Umfeld liegen, sei in den vergangenen beiden Schuljahren ein Zuwachs im offenen Ganztag zu verzeichnen. An der Grundschule Atsch stieg der Anteil von 35 auf
43 Prozent. Die Grundschule Grüntal verzeichnete einen Anstieg von 38 auf 48 Prozent. In der Grundschule Hermannstraße stieg der Anteil von 39 auf 41 Prozent und die Grundschule Prämienstraße verzeichnete einen Anstieg von 24 auf 31 Prozent. „Anhand dieser Zahlen wird deutlich, wie wichtig die Einführung der sozialen Komponente in der Beitragsstaffelung war, denn dadurch wird auch einkommensschwachen Familien die Inanspruchnahme des Betreuungsangebotes im offenen Ganztag ermöglicht“, sagt Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger.

Bisher sieht die OGS-Satzung eine Geschwisterermäßigung in Höhe von 50 Prozent des zweiten und jeden weiteren Beitrages vor, sofern zwei oder mehrere Geschwister gleichzeitig an den Angeboten der OGS teilnehmen. Momentan wird für 159 Kinder eine Geschwisterermäßigung gewährt.

Nach der Einführung der neuen Beitragsstruktur gingen bei der Stolberger Verwaltung allerdings vermehrt Anfragen aus der Elternschaft ein, warum die Ermäßigung nur auf den OGS-Bereich beschränkt sei und nicht den gleichzeitigen Besuch von Kindern in einer Kita oder der Kindertagespflege berücksichtige. Bereits Ende vergangenen Jahres beauftragte der ASKST die Verwaltung damit, die OGS-Zahlen zu bewerten und zu prüfen, ob eine Ausweitung der Geschwisterermäßigung auf den gleichzeitigen Besuch von Kita und OGS möglich sei. Bei der Berechnung hat sich die Verwaltung an den Zahlen des aktuellen Schul- und Kindergartenjahres orientiert. Demnach besuchen momentan 178 Geschwister von Kindern einer OGS gleichzeitig eine Kita in Stolberg. Eine Ausweitung der Geschwisterermäßigung würde bei der aktuellen Verteilung der Einkommensstufen eine finanzielle Auswirkung von 45.414Euro im Monat haben.

Und welche Schlussfolgerung zieht die Stolberger Verwaltung daraus? Sie befürwortet eine Ausweitung der Geschwisterermäßigung in der OGS in Bezug auf den Bereich der Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege, um Familien mit Beitragspflichten für den Kindertagesbereich für die OGS-Teilnahme finanziell zu entlasten. „Im Rahmen des Auditierungsverfahrens Familiengerechte Kommune ist dies ein weiterer Schritt zugunsten der Familien in Stolberg“, so Voigtsberger.

Der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus sowie der Kinder- und Jugendausschuss diskutieren die Änderung der Satzung. Die Entscheidung darüber trifft schließlich der Rat, der am Dienstag, 20. März, tagt. (se)

Quelle: STZ vom 08.03.2018