Für A-44-Anschluss gibt es Hoffnung

Gemeinsame Sitzung des Mobilitätsausschusses mit Politikern aus Brand, Eilendorf und Stolberg

Stolberg/Aachen Zu den Themen Verkehrsüberlastung der Debyestraße sowie der geplanten Autobahnauffahrt auf die A 44 samt Eilendorfer Ortsumgehung (L221n) hat sich der städtische Mobilitätsausschuss Verstärkung geholt. Denn die Bezirksvertretungen Eilendorf und Brand waren als Betroffene dazugeladen worden. Selbst aus Stolberg, das ebenfalls betroffen ist, hatten sich Ratsvertreter auf den Weg nach Aachen gemacht, um der Dringlichkeit des Themas Nachdruck zu verleihen.

Denn die Zunahme des Verkehrs im Bereich Eilendorf-Süd und Brand-Nord ist besorgniserregend, die politischen Vertreter aus den Bezirken schlagen schon länger Alarm. Das nahmen gleich zu Beginn der Sitzung Uwe Müller als zuständiger Mann der Stadt im Bereich Verkehrsanlagen und der Leiter für den Landesbetrieb Straßen NRW, Gerhard Decker, deutlich zur Kenntnis.

Das Szenario eines Verkehrskollapses auf der Debyestraße, die insbesondere am Knotenpunkt Trierer Straße mit der dortigen Autobahnzufahrt inzwischen völlig überlastet ist, schreckt die Politiker auf, zumal bald mit der Fertigstellung des Polizeipräsidiums und einer Großwaschstraße gleich gegenüber noch mehr Verkehrsaufkommen zu erwarten ist. Die Stadt Stolberg wiederum plant ein Gewerbegebiet im nahen Bereich Buschmühle, die Ansiedlung eines Logistikzentrums am Hauptbahnhof ist abzusehen.

Das Problem ist bei der Stadt Aachen angekommen, bestätigte Verkehrsplaner Uwe Müller. So versicherte er dem Gremium, dass ein umfangreiches Verkehrsentlastungskonzept geschnürt werde:  Verkehrsplaner sollen nun die Knotenpunkte Debyestraße/Trierer Straße, Debyestraße/Neuenhofstraße, Freunder Straße/Von-Coels-Straße, Nordstraße/Debyestraße bis hin zur Kreuzung Neuenhofstraße/Madrider Ring untersuchen und durch intelligente Verkehrsteuerung Erleichterung schaffen.

Für einen staufreieren Verkehrsfluss dürfte allerdings die Verwirklichung der bereits seit zwei Jahrzehnten verfolgten Landespläne für eine weitere Autobahnzufahrt auf die A 44 im Bereich Eilendorf sorgen. Die damit zusammen geplante Ortsumgehung „ist auf dem Reißbrett fertig“, bestätigte Straßen NRW-Leiter Gerhard Decker, sehr zur Freude der Politiker. Der Straßenplaner machte glaubhaft Hoffnung, dass das Vorhaben endlich in die Gänge kommt. Das Land habe mit 15 Millionen Euro genügend Mittel bereitgestellt, um das Vorhaben zu verwirklichen, sagte Decker. Er brauche einzig noch grünes Licht des Bundesministeriums, um umgehend das Planfeststellungsverfahren bei der Kölner Bezirksregierung einzureichen. Dann sehe der Zeitplan vor: Baurecht möglicherweise 2021, Fertigstellung 2025/2026.

Im Zuge des Verfahrens seien im Übrigen leistungsfähige Kreisverkehre am Knotenpunkt Debyestraße/Nordstraße vorgesehen. Die neue Umgehungsstraße 221n soll mit weiteren Kreisverkehren etwa an die Kreuzung Von-Coels Straße und Sebastianusstraße angeschlossen werden. Das Vorhaben, ebenso die neuen Autobahnauffahrten mit Kreisverkehren zu bestücken, sei vom Bund abgelehnt worden, hier sollen Ampelanlagen die Zufahrt regeln.

Für die Brander begrüßte die CDU-Fraktionsvorsitzende Iris Lürken die Vorträge, denn das Problem liege „den Leuten doch sehr am Herzen“. Lürken wie gleichfalls die Eilendorfer Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler zeigten sich erfreut über den positiven Bericht Deckers zum Stand der Dinge.

Der Stolberger Ratsherr Patrick Haas (SPD) beschrieb ebenfalls die unzumutbare Verkehrslage insbesondere auf der Von-Coels-Straße und zeigte sich hoch erfreut über die guten Nachrichten von Straßen NRW. Eines nur schränkte Gerhard Decker vorsichtshalber ein. Der Bundesverkehrsminister habe mit Blick auf die neue Auffahrt in Eilendorf auf eine Prüfung der Leistungsfähigkeit der A44 bestanden, deren Ergebnisse  sollen bis Ende 2019 vorliegen.

 

Reaktionen

 

Peter Blum (FDP) zeigte sich überrascht, dass aus den uralten Plänen nun doch etwas werde. Für Dieter Müller aus Brand (SPD) kann es jedoch nicht schnell genug gehen („es ist einfach ein Chaos dort“), insbesondere auch die Trierer Straße sei zu Spitzenzeiten völlig überlastet. Gaby Breuer (CDU) blieb skeptisch: „Wir haben schon so viele Projekte wieder verschwinden sehen, ich glaube das erst, wenn der erste Bagger dort steht“, sagte sie.

Für die Grünen beantragte Kaj Neumann kleine Verbindungsstraßen, die von der Debyestraße durch das Gebiet Erdbeerfeld in Richtung Nordstraße als Schleichwege führen, für den Autoverkehr zu sperren. Das lehnte der Ausschuss ab, die Planung von Verkehrsentlastungen wurde jedoch einstimmig beschlossen.

Quelle: STZ vom 28.01.2019