Ansätze für mehr sozialen Wohnraum

Stolberg. Das Thema bezahlbarer Wohnraum bestimmt momentan die Politilk auf allen Ebenen. Immer weniger Menschen können sich eine adäquate Wohnung ohne Weiteres leisten. Selbst Doppelverdienern fällt es bisweilen schwer, die Kosten für die Wohnungsmiete aufzubringen.

 

Ein Thema mit sozialem Sprengstoff, das auch den SPD-Landeschef und Bundestagsabgeordneten für den Rhein-Sieg-Kreis, Sebastian Hartmann, umtreibt. Mit Ideen und Interesse im Gepäck reist er derzeit durch NRW, um sich an der Basis ein konkretes Bild von der Situation zu machen und dabei Lösungsansätze auszuloten.

 

 

Ende April war Hartmann in Begleitung des SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling in Stolberg zu Gast, wo ihm Patrick Haas, Stolberger Partei- und Fraktionsvorsitzender sowie Bürgemeisterkandidat, gemeinsam mit vielen Genossinnen und Genossen das Neubauprojekt „Stadtrandsiedlung“ als einen der Lösungsansätze präsentieren konnte.

 

Hier entstehen unter der Schirmherrschaft der Stolberger Bauland GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen von Stadt und Sparkassen-Immo insgesamt 43 Einfamilien- und Doppelhaushälften, zwölf Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen und ein städtischer Kindergarten. Wie attraktiv das Projekt vor allem für junge Familien ist, zeigt bereits die Nachfrage:

 

Für die 115 Wohneinheiten im ersten Bauabschnitt bewarben sich beinahe dreimal so viele Interessenten. Der Geschäftsführer der Stolberger Bauland GmbH, Andreas Pickhardt, betonte gegenüber Sebastian Hartmann, dass junge Familien jedoch bei der Vergabe oberste Priorität haben. In puncto Bedarf spricht die hohe Nachfrage eine klare Sprache.

 

Klartext spricht auch Patrick Haas, wenn er betont, dass die Zeit reif ist für ein Konzept, das aufzeigt, wie man noch mehr sozialen und bezahlbaren Wohnraum schaffen kann. „Mindestens 20 Prozent des neugeschaffenen Wohnraums müssen sozial gebunden sein,“ verlangt Haas. Er hat die Dringlichkeit der Verbesserung der Lage auf dem Wohnungsmarkt für Stolberg erkannt und will nun entsprechende Lösungsansätze zügig vorantreiben. Dabei geht Haas davon aus, dass etwa die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben. Auch wenn die Ergebnisse dieser Studie als Grundlage für die Weiterentwicklung des Neubaugebietes Stadtrandsiedlung herangezogen werden, warte er derzeit dringend darauf, dass die Verwaltung das in Arbeit befindliche Wohnungskonzept präsentiert.

 

Sebastian Hartmann seinerseits betont, dass die SPD auch auf Landesebene bereits ähnlich agiert. In der Problemstellung des bezahlbaren Wohnraums sieht er „die soziale Frage des Jahres“.

 

Hartmann und Kämmerling wünschen sich eine finanzielle Entlastung der Städte und Gemeinden, damit diese wieder handlungsfähig würden.

 

Konkret schlug Stefan Kämmerling einen Altschuldenfonds vor, finanziert von Bund und Land, um die drückende Altschulden-Last von den Kommunen zu nehmen. Damit würde eine Stadt wie Stolberg wieder wesentlich leichter selbständig Projekte planen und umsetzen können. (red)

Quelle: Super Sonntag 05.05.2019