Stolberg will verzichten auf Wegwerf-Plastik

Bei städtischen Veranstaltungen. Nur noch umweltfreundliches Geschirr darf eingesetzt werden. Schon vor 20 Jahren beschlossen.

Stolberg Es war einmal: So fangen nicht nur Märchen an, sondern auch auf so manche kommunalpolitische Entscheidung in Stolberg trifft obige Aussage zu, deren Nichtumsetzung dauerhafter ist wie Plastik.

Um eben dieses ging es in einem Antrag der Jusos, den die SPD-Fraktion in den Hauptausschuss gehievt hatte. „Ausschankgenehmigungen bei städtischen Veranstaltungen sind nur noch unter dem Vorbehalt der Nutzung von umweltfreundlichen, mehrmals nutzbaren Hartplastikbechern oder sonstigen geeigneten Alternativen zu erteilen“, lautet die Forderung angesichts der aktuellen Plastik-Krise und dem Plastikmüllbergen bei den Stolberger Großveranstaltungen – angefangen bei Max Kriegers „Stolberg goes“, über Stadtkirmes und Stadtparty bis hin zu den Weihnachtstagen. „Grundsätzlich ist der Vorstoß gut“, sagte Jochen Emonds, denn er hole eines dieser Märchen aus der Versenkung. „Vor 20 Jahren zu Zeiten von Claus Müller“, so Emonds, wurde das schon einmal beschlossen. Dabei ist anzumerken, dass der damalige Technische Beigeordnete im März 2003 in den Ruhestand verabschiedet wurde, aber der Beschluss zur Pastikvermeidung wurde offensichtlich nie in die Tat umgesetzt.

Stolberg will Vorreiter sein

Also tue die Auffrischung der Sache gut. Man müsse sich allerdings einmal mit Marita Matousék, die zahlreiche städtische Veranstaltungen bewirtet, abstimmen, da sie sich mit einem großen Vorrat an Plastikutensilien eingedeckt habe, meinte Jochen Emonds.

Keinen gesondertenHandlungsbedarf für Stolberg erkennen wollte UWG-Ratsmitglied Hans Emonds: „2021 ist ohnehin damit Schluss“. Dafür habe die EU angesichts der mit Plastik gefüllten Weltmeere ja bereits gesorgt. Und schließlich sei die Abfallentsorgung in Deutschland gut geregelt.

Diese Argumentationslinie auch mit Blick auf die Weltmeere und dem Müllexport gar nicht folgen konnte Dieter Wolf: „Wir wollen nicht auf die EU warten“; sagte der SPD-Fraktions-Vize weiter, „sondern Vorreiter sein“: Jedes Jahr zähle. Einstimmig wurde der Antrag zur Berücksichtigung an die Verwaltung verwiesen.

Die nächste städtische Großveranstaltung ist übrigens bereits vom 14. bis 16. Juni „Stolberg goes Cuba“ . (-jül-)

Quelle: AZ: 29.05.2019