Bücherschränke für Zweifall und Bastinsweiher?

Einen entsprechenden Antrag hat die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen gestellt. Politik entscheidet.

Stolberg Literatur frei zugänglich machen – und das kostenlos: Diese Aufgabe haben Bücherschränke. Nun sollen zwei weitere Exemplare in Stolberg folgen und zwar am neuen Marktplatz in Zweifall und am Bastinsweiher – vorausgesetzt die Stolberger Politik stimmt zu. Einen entsprechenden Antrag hat die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF) nun an den Stadtrat formuliert.

Mareike Hilgers, AsF-Vorsitzende, ist der Meinung, dass eine Einrichtung der zwei Bücherschränke etliche Vorteile mit sich bringe. „Nachhaltigkeit, ein kostenloser Zugang zur Literatur und die Förderung der städtischen Gemeinschaft stehen im Vordergrund des Projekts“, sagt sie.

Zum Nulltarif

Neu ist die Idee der Bücherschränke übrigens nicht. Sie geht zurück auf das Projekt „Die offene Bibliothek“ des irisch-israelischen Künstler-Duos Michael Clegg und Yair Martin Guttmann, mit dem sie zu Beginn der 90er Jahre international für Furore sorgten. Inzwischen existieren solche Bibliotheken zum Nulltarif in vielen Städten. In der Städteregion gibt es bereits rund 20 davon und auch in Stolberg sind bereits einige Exemplare vorhanden. Nicht nur in Venwegen, sondern auch in Breinig und Werth gibt es bereits Bücherschränke.

Und wie funktioniert das Prinzip eines Bücherschranks? Ganz einfach: Aus dem öffentlichen Schrank kann sich jeder ein Buch rausnehmen, es direkt vor Ort lesen oder mit nach Hause nehmen und später wieder zurückbringen. Wie in einer Bibliothek, nur ohne Mitgliedsausweis und Ausleihfristen, ohne Formalitäten, kostenfrei und anonym.

Die Orte für die beiden neuen Bücherschränke in Stolberg seien mit Bedacht gewählt. „Sowohl in Zweifall auf unserem neuen Marktplatz, als auch am Bastinsweiher können sich die Literaturfreunde in der warmen Jahreszeit gemütlich auf einer Bank niederlassen, nach Herzenslust schmökern und so gleich zur Belebung dieser Punkte beitragen“, meint Sabine Beumer, stellvertretende AsF-Vorsitzende.

Erstausstattung gesichert

Betreut werden die Schränke übrigens von Bücherpatinnen, die aus den Reihen der AsF stammen. Ihre Aufgabe: Sie sollen dort regelmäßig nachschauen, ob auch alles in Ordnung ist.

Mit von der Partie sollen neben der AsF übrigens auch die Stolberger Stadtbücherei und die Bücherstube am Rathaus sein. Die Anlaufstellen wollen zur Erstausstattung der Schränke Bücher beisteuern, sagt Hilgers-Metzner. „Beide Institutionen waren sofort begeistert von dieser Idee und haben uns die Erstausstattung der Schränke angeboten“, so Hilgers-Metzner.

Nun entscheidet die Stolberger Politik, ob der Vorschlag umgesetzt wird oder nicht. (se)