Jetzt greift die SPD nach der Mehrheit im Rat

Stolberg So gemütlich wie kämpferisch wie bei der Nominierung von Patrick Haas als Bürgermeisterkandidat im Büsbacher Gut Kranensterz ist die Stimmung auf dem Donnerberg nicht. Eher funktional ist der Stil im Saal des Bürgerhauses.

Ein roter Pappwürfel und ein Plakat sind Indizien, dass die Delegierten des SPD-Stadtverbandes zu ihrer Konferenz zusammenkommen. Gleichwohl ist die Stimmung bestens, die Genossen sind glücklich und zufrieden. Sie haben die wichtige Wahl des Bürgermeisters mit Patrick Haas gewonnen. Wie bei der bislang einmaligen Veranstaltung im Gut Kranensterz vor einem Jahr, so sagt es Arndt Kohn als kommissarischer Parteichef, werden nun im Bürgerhaus die Weichen für den nächsten Wahlgang gestellt. Bei den Kommunalwahlen wollen die Sozialdemokraten die Mehrheit im Ratssaal für sich reklamieren.

Anders als auf Bundesebene steht die SPD in der Städteregion und insbesondere in Stolberg in der Gunst der Wähler wesentlich besser da, sagt Arndt Kohn mit den jüngsten Urnengängen als Beleg dafür. Der Ansporn hält an. Einvernehmlich und harmonisch verläuft der Generationenwandel in den Reihen der Genossen. Altgediente ziehen sich aus der ersten Reihe zurück, stärken mit ihrer Erfahrung den jüngeren und ganz jungen, die in ihre Fußstapfen treten wollen, den Rücken – sowohl bei der Nominierung von Ratskandidaten wie auch bei der Wahl des neuen Vorstandes.

Dieser Abend im Bürgerhaus soll ähnlich bedeutsam sein, wie ein Jahr zuvor die Nominierung von Haas. Der musste sich als Bürgermeister von seinem Amt als Parteichef trennen und darf nun ein Grußwort sprechen. Dann wählen die Stolberger noch vor ihrer Bundespartei eine Doppelspitze, genauer gesagt ein doppeltes Duo, jeweils paritätisch mit Dame und Herrn besetzt.

Schnell hat die von Martins Peters als Unterbezirksvorsitzendem souverän geleitete Konferenz Regularien und erforderliche Satzungsänderungen abgewickelt, bevor Sabine Beumer sich in einer bemerkenswerten Rede kurz vorstellt und die Gründe für den Erfolg der Haas-Wahl analysiert: Einsatz und Einigkeit, Schulterschluss und Siegeswillen – auch für die kommende Wahl schon als Tugenden gesetzt – führt Beumer an, die sich seit einem Jahr im Stadtverband engagiert.

Über Elternbeirat beim Jugendamt fand die verheiratete 39-jährige Mutter zweier Kinder und gelernte Krankenschwester zur Sozialdemokratie in Stolberg, wo eine Vorstellungsrunde des ebenfalls 39 Jahre alten Arndt Kohn „Eulen nach Brüssel tragen“ gleich käme. Beumer und Kohn haben den Rückhalt der Basis, werden ebenso mit breiten Mehrheiten zum Führungs-Duo gewählt wie ihre Stellvertreter Annette Siffrin-Peters und Sascha Ciarletta. Im Januar beginnt der Wahlkampf, ruft Kohn aus: „Wir sind bereit“, bereit an den Erfolg der Haas-Wahl anzuknüpfen.

Kritisches ebenso wie Selbstkritisches verpackt Tobias Behlau liebevoll im Bericht der Jusos, Mareike Hilgers-Metzner für die AsF und Rolf Engels für die 60plus berichten von engagierten Arbeitsgemeinschaften, während Andrea Müller als Kassiererin eine so beeindruckende Bilanz vorlegt, dass die Revisoren ihre Arbeit nur loben können.

Ebenso wie Patrick Haas in seiner Bilanz neben Seniorenzentrum, Kitas und Ganztagsbetreuung eine klimafreundliche Mobilität in den Mittelpunkt seines Handels setzt, zieht der alte und neue Fraktionsvorsitzende zufrieden eine Bilanz: „Wir haben unser Wahlprogramm nahezu komplett umgesetzt“, sagt Dieter Wolf und setzt an zu einem Ritt quer durch den politischen Alltag der vergangenen fünf Jahre, springt von Kita- und Schullandschaft zu Sozialplanung und Innenstadtbelebung, nimmt die Hürden von Klimanotstand und Mobilität, um kurz bei den Sportanlagen zu verweilen, und dann noch zwei Herausforderungen klar zu umreißen. „Die Verbesserung der Sauberkeit der Stadt bleibt eine Herausforderung“, sagt Wolf. „Und es darf nie wieder passieren, dass die Stadt keine Gewerbeflächen anbieten kann“. Es werde Zeit, dass das  städteregionale Konzept Realität werde.

 

Die neue Führung des SPD-Stadtverbandes

Vorsitzende Sabine Beumer (30 Ja / 1 Nein / 0 Enthaltungen) und Arndt Kohn (28/2/1); Stellvertreter Sascha Ciarletta (26/4/1) und Annette Siffrin-Peters (27/4/0); Kassiererin Andrea Müller (32/0/0); Stellv. Manfred Mallmann (27/5/0); Geschäftsführung Hanne Zakowski (30/2/0); Stellv. Hans Nüsser (30/2/0); Pressesprecher Thomas Wüller (26/6/0); Stellv. Nico Molls (32/0/0).

Beisitzer sind Rita Claßen (31/1/0), Irene Gotzen (30/1/1), Anton Grendel (31/1/0), Lena Helmel (30/2/0), Karin Kühn (31/1/0), Carsten Lange (31/0/1), Carsten Nellissen (29/1/2), Rosita Przybylski (30/1/1), Anthony Reiss (28/3/1), Jochem Reitze (30/1/1), Harry van Emelen (29/2/1), Robert Voigtsberger (29/2/1) und Andreas Wagner (31/1/0. Beauftragter für Bildung Nino-Pascal Buendgen (28/3/1) und für Integration Turgay Sacu (24/6/1).

Revisoren sind Dieter Wolf, Ute Grotenclos, Ute Herff und Volkmar Zeugner.